SO 10.04.2016 18 Uhr | ERBDROSTENHOF Salzstr. 38 | 48143 Münster

 
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Simone Drescher Violoncello
Boris Kusnezow Klavier

„Die meisten Menschen haben heute keinen Glauben, keine Liebe und keine Ideale mehr. Die geistige Dimension geht verloren. Ich will der Seele Nahrung geben.“ Was Vasks bekennt, unterschreibt das Duo Drescher-Kusnezow. In schönster Mischung und auf höchstem Niveau kombinieren die beiden Vollblutmusiker in ihrem Programm Unterhaltsames und Tiefes. Seelenund kunstvoll, melodiös und klangschön Schuberts „Arpeggione“. Verspielt und prächtig das Pezzo capriccioso, dessen Variationen über ein von Tschaikowski selbst erfundenes Rokoko-Thema höchste Ansprüche an die Virtuosität der Interpreten stellen. Und Chopins Cellosonate, die mit ihren zahlreichen melodischen Ansätzen im 1. Satz „wie eine Reportage aus dem Versuchslabor“ (W. Theurich) wirken mag, gestaltet das Duo in ihrer Emotionalität und Klangpoesie bezwingend. Mit seiner kontrapunktisch geschriebenen, an Bach orientierten Cellosonate startete Beethoven in sein Spätwerk – und verwirrte seine Zeitgenossen. Das fast manisch rhythmische Finale aber hielt ein Kritiker 1824 für „ganz dem großen Genius würdig“. Vasks‘ „Buch“ ist Simone Dreschers Lieblingsstück, fordernd, ausdrucksstark und atemberaubend, extrem: als wär‘s speziell für sie geschrieben.

PROGRAMM
Franz Schubert (1797–1828):
Sonate für Arpeggione und Klavier D 821
Peteris Vasks (*1978):
Gramata cellam / Das Buch für Violoncello Solo
Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840–1893):
Pezzo capriccioso op. 62 für Violoncello und Klavier
Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Sonate Nr. 4 C-Dur op. 102,1 für Klavier und Violoncello
Frédéric Chopin (1810–1849):
Sonate g-Moll op. 65 für Violoncello und Klavier


Herzlich lädt RWE Sie in Münsters schönsten Festsaal ein.

Simone Drescher (*1990, Herdecke) war Jungstudentin bei Gotthard Popp in Detmold und Düsseldorf. Dann studierte sie bei Wolfgang E. Schmidt in Weimar, derzeit ist sie bei Troels Svane in Berlin. Sie wurde u.a. von der Deutschen Stiftung Musikleben, vom Deutschen Musikrat und mit dem GWK-Förderpreis ausgezeichnet, ist Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Werner Richard-Dr. Carl Dörken Stiftung. Sie spielt ein Cello von Stefano Scarampella (Mantua, um 1900) des Deutschen Musikinstrumentenfonds.

Boris Kusnezow (*1985, Moskau) studierte an der traditionsreichen Gnessin-Akademie in Moskau und bei Bernd Goetzke in Hannover. 2009 feierte er mit dem Gewinn des Deutschen Musikwettbewerbs seinen Durchbruch, zwei Jahre später sein Debüt in der Carnegie Hall. Er hat noch weitere wichtige internationale Wettbewerbe gewonnen, gastiert in Europa, Asien, USA und Südafrika und ist Stipendiat u.a. der Deutschen Stiftung Musikleben und der Studienstiftung des deutschen Volkes.