SO 11.03.2018 18 Uhr ERBDROSTENHOF Salzstraße 38 | 48143 Münster

 
»ROMEO UND JULIA«

Konstantin Manaev Violoncello
Anastassiya Dranchuk
Klavier

Die großen Liebesgeschichten schreibt das Leben selbst; die größten sind tragisch, Gewalt, Mord, ist mit im Spiel. Unsterblich aber macht sie allein die Kunst, die sie dem Leben stiehlt und es dabei überhöht. So ist eins der ergreifendsten Schicksale das von Romeo und Julia, das uns noch immer erschüttert, weil Shakespeare vor 400 Jahren höchste Kunst daraus machte. Auch Musiker und Komponisten lassen sich seither von der Tragödie inspirieren, schreiben sie fort, um und neu im Blick auf ihre eigene Zeit und mit deren Mitteln – und erschaffen so neue, unvergängliche Melodien.

Bernsteins Musical überträgt „Romeo und Julia“ ins New York City der 1950er, wo auf der „West Side“ Krieg herrscht zwischen den Jets und den Sharks, zwei ethnisch verschiedenen Jugendgangs. Aus der afroamerikanischen Catfish Row in Charleston erzählt Gershwin 1935 die tragische Liebe Porgys, der seinen Rivalen ermordet, zur treulosen, drogenabhängigen Bess. Gershwins Oper spielt um 1870, als Tschaikowskis romantische Fantasie-Ouvertüre uraufgeführt wurde. 120 Jahre später ist „Romeo und Julia“ noch immer aktuell: Im Bosnienkrieg wurden der Serbe Boško Brki´c und seine bosnische Freundin Admira Ismi´c auf der Vrbanja Brücke, über die sie aus dem belagerten Sarajevo hatten fliehen wollen, von einem Scharfschützen erschossen. Boško starb sofort, seine Freundin, ebenfalls getroffen, kroch noch zu ihm und starb fünfzehn Minuten später. Wegen der Heckenschützen konnten ihre Leichen erst sieben Tage später geborgen werden. Internationale Fernsehsender und Zeitungen dokumentierten das Geschehen im Bild. Als „Romeo and Juliet in Sarajevo“ wurde das Paar zum Symbol für das Leiden der Menschen auf beiden Seiten, ihre Geschichte ging um die Welt und regte auch den australischen Komponisten Gordon Hamilton zu „Vrbanja Bridge“ an, das er für das Duo Manaev-Dranchuk schrieb. Es kommt ohne Worte aus, wie die anderen Werke dieses Abends, die Konstantin Manaev und Anastassiya Dranchuk für ihr Duo neu arrangiert haben: „Wir möchten dem historischen Stoff eigene Gedanken, Gefühle, Emotionen und Begeisterung wie eine weitere Schicht auftragen.“ Und wer könnte das besser als die zwei höchst leidenschaftlichen, vielfach ausgezeichneten, international gastierenden Virtuosen? „Während ich spiele,“ so der GWK-Preisträger Manaev, „erzähle ich, was mein Herz fühlt. Ich und mein Cello übersetzen die Geheimnisse der Werke für die Ohren und Herzen der Zuhörer.“

PROGRAMM
Pjotr Iljitsch Tschaikowski
(1840–1893): „Romeo und Julia“. Fantasie-Ouvertüre
Gordon Hamilton (1982*): „Vrbanja Bridge“
nach einer Geschichte „Romeo und Julia aus Sarajevo“ für Violoncello und Klavier
Leonard Bernstein (1918–1990): Three Meditations from „Mass“
für Violoncello und Klavier
Leonard Bernstein: „West Side Story”. Fantasie
George Gershwin (1898–1937): „Porgy and Bess“. Fantasie




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