SO 14.10.2018 18 Uhr Erbdrostenhof Salzstraße 38 | Münster

 
»Mysterious Morning«

Koryun Asatryan Saxophon
Julia Golkhovaya
Klavier

Charismatisch, vielfach ausgezeichnet, in sämtlichen Stilen zuhaus, spielen Koryun Asatryan und Julia Golkhovaya ein kontrastreiches Programm, das packt.
Milhaud komponierte dem komischen Abenteurer und Aufschneider der Commedia dell’Arte das Charakterstück: „Scaramouche“ ist clownesk, frech, lyrisch, straßenmusikalisch, jazzig, brasilianisch. Nach „all den impressionistischen Nebeln“ waren für Milhaud die Werke seines Freundes Poulenc, „diese simple und klare Kunst, die so sehr an Scarlatti und Mozart erinnert“, echte Zukunftsmusik. Die innige Klage des 3. Satzes seiner Sonate gilt als die letzte Komposition Poulencs. Zunächst vergessen, gehört die so subtile wie leidenschaftliche Sonate Decrucks heute zum Standardrepertoire der Saxophonisten.
Französisch, jedoch auch von Charlie Parkers improvisatorischer Freiheit ist Tanadas „Mysterious Morning III“ inspiriert. Der Japaner macht mit schrägen Trillern, Multiphonics, Mikrointervallen, Glissandi den spontanen Ausbruch eines lange versteckten Wahnsinns erlebbar. Grenzgängerisch auch Schulhoff. Seine „Hot Sonate“ hat Tanz- und Jazzcharakter, hat Leichtigkeit und „Hitze“. Kunst sei, so Schulhoff, „Kunst nicht zur Kunst zu machen“! Das beherzigt auch der Saxophon­virtuose Itturalde in seinem Czardas, dessen verträumt-elegischer Beginn ‚nur‘ der erwartungsschwangere Anlauf für einen wilden Tanz ist, der ungarische Volksmusik beerbt.
Koryun Asatryan, Preisträger im hülsta woodwinds- Wettbewerb der GWK 2008, ist Professor an der Hochschule für Musik und Theater München, Julia Golkhovaya ist an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf als Lehrkraft für besondere Aufgaben tätig.

PROGRAMM
Fernande Decruck (1896–1954): Sonate Cis-Dur
Francis Poulenc (1899–1963): Sonate op. 185
Darius Milhaud (1892–1974): Scaramouche op. 165c
Erwin Schulhoff (1894–1942): Hot Sonate a-Moll
Fuminori Tanada (*1961): Mysterious Morning III
Claude Debussy (1862–1918): L’Isle Joyeuse für Klavier
Pedro Iturralde (*1929): Pequeña Czarda



Der LWL freut sich auf ein schönes Konzert in seinem Erbdrostenhof.