Der Gott der Götter und sein gewiefter Bote  —  Zeus und Hermes   |  Susanne Schulte
Die Sonne, so würden wir heute wohl denken, durchstrahlt das Deckengemälde, den Himmel des barocken Festsaals im Erbdrostenhof. In seinem Zentrum Licht, das Licht: dynamisch und gewaltig, weiß, gelb, weißgelb. Seine Strahlen treffen im Mittelpunkt des Bildes zusammen, lösen sich dort auf in Weiß – doch nein, nicht wirklich, denn andersherum erfolgt ihre
Bewegung: Die Strahlen gehen vom Zentrum des Bildes, dem Zenit des Himmels, aus. Aus einem wie körperlos abstrakten, irgendwie metaphysischen Weiß, das von jenseits des Gemäldes zu leuchten scheint, brechen sie hervor und durch schwerdrohende Wolken hindurch. Mit Plötzlichkeit reißt sie ein großes Aufleuchten auf. Übermächtig, vertreibt
die Sonne das Dunkel an die Peri­pherie. Heiterkeit erfüllt die Szene, den griechisch-römischen, auch von zahlreichen Putten bespielten Götterhimmel.

                                          >> mehr